Offener Abend der Evangelischen Kirchengemeinde Steinheim

Am 7. April trafen sich interessierte Menschen im Gemeindehaus Arche, um sich auf ein spannendes Thema einzulassen: „Wie begegne ich Konflikten lösungsorientiert?“

Am 7. April trafen sich interessierte Menschen im Gemeindehaus Arche, um sich auf ein spannendes Thema einzulassen: „Wie begegne ich Konflikten lösungsorientiert?“

Volker Schuler war als Referent eingeladen, der sowohl in seiner Tätigkeit als leitender Pastor der Evangelisch-Methodistischen Kirche im Bezirk Weinsberg, als auch danach als freiberuflicher Coach, Berater und Trainer einen reichhaltigen Erfahrungsschatz mitbrachte. In seiner Tätigkeit als geschäftsführender Leiter von Teen Challenge Hohenlohe e.V. begleitet er zusammen mit einem Team von Fachkräften Menschen in Lebenskrisen in der „Bernhardsmühle“ in Neuenstein.

Herr Schuler lud die Besucher des Offenen Abends ein, einen ganz persönlichen Konflikt in den Blick zu nehmen, um während des Vortrags anhand der Referatsinhalte ein realistisches Bild über den eigenen Konflikt zu bekommen.

Im alltäglichen Leben bleibt niemand davor verschont, in konfliktreiche Situationen zu gelangen. Sie kommen sowohl im privaten Umfeld als auch im Geschäftsleben vor. Wenn man bereit ist, ein Problem bewusst wahrzunehmen, ist zunächst einmal eine Reflexion notwendig. Was macht meinen Konflikt aus, wer ist davon betroffen? Der Ursprung, dass es unterschiedliche Auffassungen und Beurteilungen gibt ist, dass wir Menschen unterschiedlich „ticken“. Jeder Mensch lebt in seiner eigenen inneren Welt. Für jeden Menschen gibt es Werte, die ihn geprägt haben und seine Verhaltensmuster gebildet haben. Jeder hat seine Geschichte.

Ein Konflikt entsteht, wenn zwei unterschiedliche Welten aufeinander treffen. Durch die verschiedenartigen Erwartungshaltungen kann es konfliktreich werden, wenn die eigene Wahrnehmung mit der anderen in Konflikt gerät, so Herr Schuler. Wenn ich in meiner Welt bleibe und nicht bereit bin, auf den anderen einzugehen, kann ein Konflikt eskalieren. Herr Schuler rät, bei aufkeimenden Problemen miteinander zu reden. Nicht nur schriftlich Kontakt aufnehmen, denn die Stimme der Beteiligten sind von großer Bedeutung und aussagekräftig. Gewohnheiten, die oft schon auf die Generation davor zurückgehen, prägen unser Verhalten. Ganz im innersten Kern ist jeder Mensch verletzlich. Wenn man im Innersten getroffen wird, zum Beispiel mit der Botschaft zu Beginn: „Du bist ...“, trifft dies den anderen oft im Kern. Häufig ist genau da seine Lebensdefinition verwurzelt. Darin sucht er Anerkennung und leitet sein Lebensrecht daraus ab. Wenn man von anderen in diesem Lebenskern beurteilt wird, ist man besonders angreifbar, sagte Herr Schuler.

Ein sehr entscheidender Satz im Vortrag war, dass jeder einzelne für sich selbst entscheidet, wie stark er sich von einem Konflikt bestimmen lässt und wie tief er sich treffen lässt.

Bei der Konfliktbetrachtung stellt sich die Frage, „wo stehen wir mit unserem Konflikt?“. Es gibt mehrere Eskalationsstufen: Von der Verhärtung der Meinungen und Standpunkte bis hin zur letzten Stufe, der Zersplitterung und der totalen Konfrontation mit dem Ziel der Vernichtung. In den ersten drei Stufen ist eine Lösung des Konfliktes noch gemeinsam möglich. Bei weiteren Stufen gelingt die Lösung nur noch mit einem Berater. Mancher Konflikt ist jedoch nicht mehr zu lösen. Deshalb ist es hilfreich, sich frühzeitig auseinanderzusetzen.
Herr Schuler gab den Rat, sich und dem Gegenüber einen Rahmen zu stecken, in dem der Sachverhalt beschrieben wird. Daraufhin folgt die Deutung, „was ist mein Anteil am Konflikt?“. Diesen Teil gilt es dann zu behandeln. Bei Verletzungen brechen Teile aus dem Innersten heraus, die schmerzhaft sind. Wenn der Wunsch da ist, aus verfahrenen Situationen gut heraus zu kommen, geht das nicht ohne Vergebung. Es ist, so Herr Schuler, ein Sprung über den eigenen Schatten. Dies passiert auch in mehreren Stufen, die von allen einzuhalten sind. Wenn eine Versöhnung geglückt ist, kann das neue Miteinander geklärt werden.

Wie Christen mit Schuld und Vergebung umgehen, schilderte Volker Schuler, indem er das Thema als Pastor betrachtet. Bei dem Thema Vergebung kommen Menschen oft an ihre Grenzen. In diese Situation spricht Jesus uns an. Er sagt, dass wir Gottes geliebte Kinder sind. Als solche dürfen wir aufrecht und offen unterwegs sein. Christen nehmen an, dass die Schuld am Kreuz abgelegt werden darf. Trennendes zwischen Menschen kann dort sogar gemeinsam gelassen werden. Jesus hat die Schuld für die Menschen auf sich genommen, deshalb kann Heilung folgen. Jesus spricht Menschen, die an ihn glauben frei.

Volker Schuler berichtete von gelungenen Konfliktlösungen und davon, dass die Betroffenen von einer schweren Last befreit wurden. Das schwere Gepäck, das abgelegt werden konnte, befreite. Es lohnt sich immer, Vergebung wahrzunehmen.

Mit einer Diskussionsrunde ging ein spannender Abend zu Ende