Kirchengemeinderat Elmar Lammerskitten offiziell als Prädikant eingeführt

Im Interview mit Evelyn Zeisler

Einführung durch Dekan Dr. Neudorfer

Am 8.11. hat der für Steinheim zuständige Dekan Dr. Neudorfer, Kirchengemeinderat Elmar Lammerskitten in einem feierlichen Gottesdienst anlässlich der Herbst-Bezirkssynode in der Marbacher Stadtkirche in sein Amt als Prädikant eingeführt und ihm die Beauftragungsurkunde überreicht.

Allein die Ausbildung für dieses Amt dauert insgesamt 15 Monate und erfordert ein großes ehrenamtliches Engagement. Zugleich wird dieses Amt für die Landeskirche immer wichtiger im Hinblick auf Pfarrstellenkürzungen und vermehrten Vakaturen im Kirchenbezirk, um Pfarrer und Pfarrerinnen zu entlasten. Der Begriff „Prädikant“ ist im Übrigen die seit einigen Jahren in der Landeskirche gebräuchliche Bezeichnung für das frühere Amt des „Lektors“.

Aus Anlass der offiziellen Einführung in sein Amt hat Kirchengemeinderätin Evelyn Zeisler nun ein Interview mit dem „frischgebackenen“ Prädikanten geführt:

E. Zeisler: Herr Lammerskitten, was hat Sie gereizt und motiviert, das Amt des Prädikanten anzustreben?

E. Lammerskitten: Bereits in meiner Tätigkeit als Kirchengemeinderat erfahre ich eine große Bereicherung, Verantwortung dafür zu übernehmen, wie und in welcher Form das Wort Gottes verkündigt und weitergegeben wird. Es ist mir darüber hinaus ein Anliegen, mit meinen Erfahrungen aus Familie, Ehrenamt und nicht zuletzt meinem Beruf in einem Wirtschaftsunternehmen die Verkündigung mit Facetten aus diesem Erfahrungshintergrund zu ergänzen.

E. Zeisler: Sie sind Manager im Personalwesen eines Industrieunternehmens im Hauptberuf, Kirchengemeinderat und nun noch Prädikant. Welchen zeitlichen Aufwand müssen Sie für diesen Dienst aufbringen?

E. Lammerskitten: Zunächst einmal ist es für mich sehr positiv, dass ich relativ frei selbst gestalten kann, welches zeitliche Engagement ich für das Prädikantenamt aufbringen kann und möchte. Derzeit ist es so, dass ich durchschnittlich an einem Sonn- oder Feiertag pro Monat einen Gottesdienst irgendwo im Kirchenbezirk halte. Pro Gottesdienst komme ich aber schon auf ca. 10-12 Stunden Vorbereitungszeit.

E. Zeisler: Was macht Ihnen als Prädikant am meisten Freude?

E. Lammerskitten: Ich finde es unglaublich, wie positiv die Arbeit von uns Prädikantinnen und Prädikanten in den Kirchengemeinden aufgenommen wird. Dies berichten auch immer wieder Kollegen, wenn wir uns im Kreise der Prädikanten austauschen. Und dies nicht nur bei kurz- oder längerfristigen Abwesenheiten von Pfarrern, wo Prädikanten teilweise eine Gottesdienst“versorgung“ überhaupt möglich machen, sondern auch in Konstellationen, wo Prädikanten als positive Abwechslung wahrgenommen werden. Insgesamt habe ich hier sehr viel persönliche Ermutigung erfahren, was geholfen hat, auch so manchen Zweifel auf dem Ausbildungsweg zu überwinden.Unglaublich finde ich aber auch die Unterstützung, die ich von meinen Kolleginnen und Kollegen im Steinheimer Kirchengemeinderat und durch meinen Mentor, Pfarrer Maier, erfahren habe und weiterhin erfahre. Für diesen Rückhalt bin ich sehr dankbar!

E. Zeisler: Was finden Sie an der Gestaltung des Gottesdienstes am schwierigsten?

E. Lammerskitten: Es ist für mich immer wieder eine Herausforderung, Predigt und Gottesdienstgestaltung auch an den Bedürfnissen der Gemeinde auszurichten. Dies gilt umso mehr, als wir Prädikanten ja häufig auch in für uns eher unbekannten Gemeinden predigen und Gottesdienste halten. Darüber hinaus ist nicht nur die Predigt ein wesentlicher Arbeitsschritt, sondern auch die Gestaltung einer stimmigen Liturgie, welche dem besonderen Thema der Predigt und auch der spezifischen Stellung des Gottesdienstes im Kirchenjahr Rechnung tragen soll.

E. Zeisler: Herr Lammerskitten, durch Ihren Prädikantendienst kommen Sie auch in andere Kirchengemeinden des Bezirks, schauen sozusagen über den eigenen Kirchturm hinaus. Sehen Sie dabei Möglichkeiten, die Erfahrungen, die Sie machen, für unsere Kirchengemeinde zu nutzen?

E. Lammerskitten: Gerade in Bezug auf die Gestaltung von Gottesdiensten und die allgemeine Situation von Gemeinden erhält man in dieser Tätigkeit einen guten Einblick. Dies erweitert die Perspektive und ich habe schon in der vergleichsweise überschaubaren Zeit meiner Ausbildung viele Dinge wahrgenommen, mit denen wir uns in Steinheim auch einmal beschäftigen könnten.Zugleich bestärken mich meine Erfahrungen in den Gemeinden im Umkreis aber auch, dass wir uns in Steinheim insgesamt als Gemeinde und auch im Hinblick auf unsere Gottesdienstpraxis überhaupt nicht verstecken müssen.

E. Zeisler: Vielen Dank, Ich wünsche Ihnen Gottes Segen und viele gute Erfahrungen bei Ihrer Tätigkeit.