16.05.10

Der besondere Gottesdienst zum 250. Todesjahr von Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf

Der Gottesdienst am Exaudi-Sonntag stand in der Martinskirche unter dem besonderen Motto des 250. Todesjahres von Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf.

Gottesdienst zum
250. Todesjahr

Zinzendorf (1700-1760, Bild 1) war ein bedeutender lutherisch-pietistischer Theologe sowie Gründer und Bischof der Herrnhuter Brüdergemeinde.

 

Pfarrer Matthias Maier (Bild 2) gab in seiner Predigt einen Einblick in den außergewöhnlichen Lebenslauf und das Wirken dieses Mannes.

 

Schon in früher Jugend war dieser stark vom Begründer des Pietismus, seinem Taufpaten Philipp Jacob Spener, beeinflusst. Als Triebfeder und Motivation für Zinzendorfs Handeln kann die Inschrift an einem Bild des Gekreuzigten „Das habe ich für Dich getan, was hast Du für mich getan?“ gelten.

 

1727 wurde von einer Gruppe Glaubensflüchtlinge auf der Suche nach einem Ort des Zusammenlebens nach urchristlichem Muster der Grundstein für die Herrnhuter Brüdergemeinde gelegt. Seit 1732 war diese Gemeinschaft auch in der Mission in der ganzen Welt aktiv, 70 von damals bereits 600 Mitgliedern der Gemeinschaft nahmen eine entbehrungsreiche und gefahrvolle Arbeit in der Mission auf sich.

 

Impulse setzte die Gemeinschaft auch mit den seit 1731 und bis heute in 50 Sprachen erscheinenden Herrnhuter Losungen, dem bekanntesten und meist verbreiteten Andachtsbuch in der Welt. Zinzendorf starb am 9.5.1760, die Grabinschrift auf dem Herrnhuter Gottesacker charakterisiert sein Wirken trefflich: „Es war gesetzt, Frucht zu bringen“.

 

Mindestens ebenso bekannt ist von Zinzendorf schließlich als Dichter von über 2.000 Kirchenliedern. So war der Gottesdienst ausnahmslos mit den Liedern gestaltet, die aus dem Werk von Zinzendorfs ihren Weg in das Evangelische Gesangsbuchs gefunden haben.
Der Steinheimer Kirchenchor (Bild 3) ließ eines der bekanntesten Texte aus Zinzendorfs Feder, „Jesu, geh voran“, ebenso erklingen wie den von Chorleiter Matthias Fuchs selbst geschriebenen Chorsatz zu dem Lied „Wir wolln uns gerne wagen“.

 

Auch nach diesem erkenntisreichen Gottesdienst blieben viele der Besucher noch eine Weile zusammen, um beim Kirchencafé, liebevoll vorbereitet und betreut von Familie Scholz, das Gehörte noch in persönlichen Gesprächen zu vertiefen (Bild 3).