16.07.15

Hau den Götzen mutig um

Offener Abend mit Matthias Claudius

Alfred Peter Wolf als Matthias Claudius in Aktion

Es war ein heißer Sommerabend und trotzdem kamen viele Matthias-Claudius-Freunde oder –Interessierte in die "Arche" zum "Offenen Abend".

Tatsächlich stand der Dichter Matthias Claudius im Mittelpunkt des Abends. Geboren am 15. August 1740 - gestorben am 21. Januar 1815, also vor 200 Jahren.
Wer war Matthias Claudius? - Er empfahl sich zu seiner Zeit mit einfachen, bildkräftigen Versen und in heiterer Selbsteinschätzung den Lesern des „Wandsbecker Bothen“ als Redakteur. Auch hat er viele Gedichte, knappe Dialoge, Briefe und Parabeln geschrieben. Das bekannteste und vertonte Gedicht ist „Der Mond ist aufgegangen …“. Es gehört zum deutschen Volksliederschatz und steht auch in den kirchlichen Gesangbüchern.

Auch der Kirchenchor unter Leitung von Matthias Fuchs bereicherte den Abend, u.a. mit der Darbietung der ersten Strophen dieses Liedes. Die Strophen 4 – 6 wurden anschließend von Alfred Peter Wolf vorgetragen. Herr Wolf hat sich sehr stark mit Matthias Claudius auseinander gesetzt und ist an diesem Abend in seine Rolle geschlüpft. Dazu trug er auch die jeweilige passende Kleidung.

Alfred Peter Wolf ist Darsteller, Regisseur, Dramaturg, Bühnenbildner und Theaterleiter in einer Person. "Literatur gehört auf die Bühne" - so lautet sein
Credo. Wortgewaltig trug er verschiedene Gedichte, biblische Texte, Kirchenliteratur und Prosa von Matthias Claudius vor. Kreativ und abwechslungsreich waren dabei der Wechsel von Kulissen und Kostümen.

Beeindruckend waren wohl das bedeutendste Gedicht „Der Mensch“, Dialoge z. B. „Hinz und Kunz“ und die Biblische Geschichte von David und Goliath ehrenvolle Verse zum Tode von Maria Theresia. Mit großen Scherenschnitten erzählte Matthias Claudius alias Alfred Peter Wolf von seiner Familie. Sein verfasstes Gedicht „Sternlein am Himmel“ für seine verstorben Tochter ging zu Herzen.

Zwischendurch spielte Matthias Fuchs immer wieder Impressionen von Bach auf dem Klavier. Matthias Claudius und Bach hatten sich gekannt. Zur Auflockerung trug der Kirchenchor weitere Lieder vor.

Damit die Teilnehmer nicht auf ihren Stühlen kleben bleiben, gab es eine Pause mit einem Ständerling draußen im Garten. Munter tauschte man sich untereinander aus.

Als Abschluss sang der Kirchenchor die letzte Strophe des bekannten Liedes mit allen Teilnehmer: „So legt euch denn ihr Brüder, in Gottes Namen nieder, kalt ist der Abendhauch, verschon uns Gott mit Strafen und lass uns selig schlafen und unsern kranken Nachbarn auch.“

Danke an alle Mitwirkenden, es war ein gelungener und erfüllter Abend, so dass wir Matthias Claudius nie mehr vergessen werden.