22.01.11

Abschied schweren Herzens

Eine Botschaft vom scheidenden Pfarrer Eckhard Schlatter an die Gemeinde

„Es hätten gerne noch zwei oder drei Jahre mehr in Steinheim sein können!“, diesen Satz kann ich mir nicht verkneifen, wenn ich mich in diesen Tagen von Ihnen und von Steinheim verabschiede. Denn dieser Abschied tut weh.

 

In den 13 Jahren, in denen meine Familie und ich hier in Steinheim wohnen, ist Steinheim für uns zur Heimat geworden. Ich habe immer gerne mit meinem Kollegen Matthias Maier und dem Kirchengemeinderat zusammengearbeitet

und die Arbeit in der Kirchengemeinde und in den vielen Gruppen und Kreisen unseres reichen Gemeindelebens hat mich erfüllt und ist mir nach wie vor ein Herzensanliegen.

 

Dennoch wurde diesem Miteinander durch die Fakten des Pfarrplans 2011 ein Schluspunkt gesetzt. „Müssen Sie denn jetzt gehen?“, wurde ich oft gefragt. Die Antwort lautet: „Ja!“, denn die Pfarrstelle Steinheim/Murr II ist im Rahmen des Pfarrplans von 100 auf 75 Prozent reduziert worden. Diese Reduzierung wird im Laufe des Jahres 2011 umgesetzt. Deshalb habe ich mich auf die Pfarrstelle Weilheim/Teck II, beworben und bin vom Weilheimer Kirchengemeinderat gewählt worden.

 

Der Wechsel zum Halbjahr des Schuljahres, also zum 1. Februar, geschieht deshalb, damit unsere Tochter Judith (15) und unser Sohn Paul (10) eine faire Chance haben, das begonnene Schuljahr mit Erfolg zu Ende zu bringen. Unser Sohn Philipp (20) wird bereits seine eigenen Wege gehen. Für meine Frau Ulrike bedeutet dieser Wechsel zugleich der Abschied von ihrer Arbeit in der Nachbarschaftshilfe der Diakonie und von den Menschen, die sie im Rahmen dieser Arbeit immer gerne betreut hat.

 

Ich kann auch im Namen meiner Familie nur sagen: „Schade, dass die Steinheimer Zeit zu Ende geht“. Schweren Herzens sagen wir „Adieu!“ Und es tut mir und uns gut, dass viele in diesen Tagen ebenfalls sagen: Schade, dass Sie gehen, schade, dass Ihr geht!Gerne denken wir an die vergangenen Jahre und die gemeinsam geschenkte Zeit zurück.

 

Am Ende dieser Zeit sagen wir nun Danke:

Danke für die gemeinsam verbrachten Jahre.

Danke meinem lieben Kollegen Pfarrer Maier und dem Kirchengemeinderat.

Danke für das Vertrauen und die Herzlichkeit, das so viele uns entgegengebracht haben.

Danke für die vertrauten und die neuen Wege, die wir miteinander gegangen sind.

Danke auch, dass Sie meinen Dienst als Pfarrer angenommen und mitgetragen haben.

 

Um es mit Worten Dietrich Bonhoeffers zu sagen: „Je schöner und voller die Erinnerung, desto schwerer ist die Trennung. Aber die Dankbarkeit verwandelt die Erinnerung in stille Freude. Man trägt das vergangene Schöne nicht wie einen Stachel, sondern wie ein kostbares Geschenk in sich.“

Ich persönlich möchte die Erinnerungen an die gemeinsame Steinheimer Zeit auch wie ein kostbares Geschenk mit in die Zukunft nehmen.

 

Ich wünsche Ihnen für die kommende Zeit alles Gute und Gottes reichen Segen, in der Hoffnung, dass wir uns vielleicht bei einer ganz anderen Gelegenheit erneut begegnen.

 

Mit herzlichen Grüßen,

 

Ihr Pfarrer

Eckhard Schlatter