27.12.14

Offener Abend im Oktober 2014

„Lachen ist Licht, Lächeln ist Hoffnung, Sterben braucht Hoffnungslichter“ mit Ludger Hoffkamp,

Unter dem Motto „Lachen ist Licht, Lächeln ist Hoffnung, Sterben braucht Hoffnungslichter“ hielt Ludger Hoffkamp, Kath. Seelsorger und Trauerberater aus Remseck, Klinikclown bei „Humor hilft heilen“ im Rahmen eines Offenen Abend am 6. November 2014 einen bewegenden Abend. Er hat Trauern und Lachen wohltuend vereint.

Das Wort Trauerarbeit mag Ludger Hoffkamp nicht besonders. Viele therapeutische Ratgeber hätten in den vergangenen Jahren unter diesem Begriff die Vorstellung verbreitet, dass nach genau definierten Phasen der Trauer diese ganz zu verschwinden habe. Aus vielen Erfahrungen aus seinem eigenen und dem Leben anderer Familien, die er als Trauerbegleiter oder Klinikclown kennen lernte hat er hingegen gelernt, dass Trauer ein berechtigtes Grundgefühl ist, das jemand haben kann, so lange er will.“
Deshalb seien Ratschläge wie „Das wird schon wieder“ oder gar ein drängendes „jetzt ist aber genug, reiß dich zusammen“, fehl am Platz. Jemandem, der weine, reiche er kein Taschentuch. „Dann hört das Weinen auf und das will ich gar nicht.“

Viele junge Menschen hat der katholische Seelsorger aus Remseck schon beerdigen müssen. Das lässt ihn nicht kalt, das geht ihm nah, das war zu spüren bei seinen Erzählungen. Und doch hat er dabei auch Schönes erfahren. Und zwar dann, wenn das Abschiednehmen mit guten Erinnerungen und schönen Bildern vom Leben mit dem Toten verbunden wurde.

Es gehe gar nicht darum, die Verstorbenen loszulassen. Das könne niemand beispielsweise von Eltern verlangen, deren Kind von der Erde gegangen ist. Das Wort „verloren“ will Ludger Hoffkamp nicht verwenden. Vielmehr sei es möglich
und heilsam, mit den Toten weiterzuleben, ihnen einen Platz im eigenen Leben einzuräumen. Dann ist auch ein Lachen in tiefer Trauer möglich, wie Hoffkamps Erzählungen klar machen.

Wo Trauer, Hilf- und Hoffnungslosigkeit bleischwer lasten, kann von außen hereingebrachter Humor helfen, ganz nach dem alten Motto „ Lachen ist die beste Medizin“. Herzerwärmende Geschichten dazu konnte Hoffkamp aus seinen Erfahrungen als Klinikclown erzählen. Wie nur wenige, aber klug gewählte Wörter eine aufgesetzte rote Nase und diese ganz spezifische Sanftheit des Clowns wahre
Wunder wirken können, davon gab Hofkamp alias Camino sehr überzeugende Kostproben. Wie er sich nahtlos vom Vortragenden in einen Schelm verwandelte und umständlich lange an seinem katholischen Trick im evangelischen Gemeindehaus bastelte, das war große Klasse.

In vielen Situationen war das Echte und Ungekünstelte zu erleben, mit dem der Seelsorger und Clown den Menschen begegnet. Das Öffnen und Preisgeben seiner Person sei gar nicht so leicht, und auch Humor habe er erst lernen müssen, bekennt Ludger Hoffkamp. Unterstützung auf seinem Weg bekommt er immer wieder von Kollegen. Über Eckhardt von Hirschhausens Stiftung „Humor hilft Heilen (HHH) tauschen sie sich aus un bilden sich weiter.

Auszug aus dem Artikel in der Marbacher Zeitung vom 5.11.2014