Offener Abend zum Thema "Christentum – Islam: Was hemmt uns auf einem gemeinsamen Weg?"

Zum zweiten Mal fand am 11. Oktober ein „Offener Abend“ im Rahmen der Ev. Erwachsenenbildung im Gemeindehaus Arche in Steinheim zum Thema „Christentum - Islam“ statt. Als Referent konnte wieder Herr Manfred Scholl gewonnen werden. (Bild vom ersten Abend)

Zum zweiten Mal fand am 11. Oktober ein „Offener Abend“  im Rahmen der Ev. Erwachsenenbildung im Gemeindehaus Arche in Steinheim zum Thema „Christentum - Islam“ statt. Als Referent konnte wieder Herr Manfred Scholl gewonnen werden. Er war früher Schuldekan in Stuttgart und ist Experte für Islamgeschichte.

Beim ersten Vortrag ließen sich viele Interessierte einladen, darunter auch einige Mitbürger moslemischen Glaubens. Diesmal waren es etwas weniger, aber auf dem gemeinsamen Weg sind schon einige kleine Schritte erkennbar. So nahm z.B. eine Gruppe der evangelischen Kirchengemeinde aus Steinheim an einem Abend beim Fastenbrechen in der islamischen Gemeinde in Oberstenfeld teil. Angetan von der Gastfreundschaft und der vorurteilsfreien Diskussion während des Essens, wurden die dortigen Verantwortlichen auch in unsere Gemeinde eingeladen. Diesmal waren der Vorsitzende und einige Ehrenamtliche zum Offenen Abend gekommen.

Herr Scholl verschaffte den Teilnehmern zu Beginn seines Vortrags einen Überblick über die geschichtlichen Zusammenhänge im Zeitraum von Jesu Geburt und Wirken und dann auch über das 6. und 7. Jahrhundert, über den Zeitraum also, in dem Mohammed lebte. Anhand von Schautafeln und Zitaten aus mitgebrachter Fachliteratur und anhand seines umfangreichen Wissens konnte er uns Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede dieser beiden Weltreligionen aufzeigen. Selbstverständlich sind gravierende Unterschiede vorhanden, die der „normale“ Gläubige auch erkennt und versteht, aber zum Diskutieren der Details sollte man schon über eine theologische Ausbildung verfügen.

Dann zeigte uns Manfred Scholl „parallele“ Stellen sowohl aus der Bibel als auch aus dem Koran auf, die Jesus betreffen.

Wie erwartet entstand nach dem Vortrag wieder eine lebhafte Gesprächsrunde, in die auch die Gemeindeglieder der islamischen Gemeinde einbezogen waren. Wichtig für alle Teilnehmer ist das friedliche Zusammenleben miteinander, der Respekt voreinander und das Anerkennen der jeweiligen Glaubensgrundsätze. Für die Muslime ist es befremdlich, dass sie überwiegend über Extreme und deren Gewalttaten definiert werden.

Wenn wir mehr die positiven Erlebnisse als Maßstab nehmen würden, wären mehr Gemeinsamkeiten zu erkennen. Diese wären auf einem gemeinsamen Weg sehr, sehr förderlich.

 

Autor: Dieter Henninger